Archive for January, 2009

Sex and the City Fans draussenbleiben

  

 

Nachdem die Sex and the City Touren immer beliebter wurden haben die Besitzer von 66 Perry Street im Manhattaner West Village die Geduld verloren. Das Gebäude wo viele Aussenaufnahmen der Serie gedreht wurden, wurde so zur Pilgerstätte, dass  vor diesem kleinen Haus busweise Frauen abgeliefert wurden, die sich auf den Treppenaufgang setzten und Bilder von sich in der Pose von Carrie Bradshaw und Co. machen liessen. Seit ein paar Monaten ist hier nun eine Kette mit Schild auf dem  “No Trespassing” steht, was soviel wie „kein Unbefugtes Betreten“ bedeutet, aber ein Schild“Ehemänner und Freunde haften für Ihre Frauen“ sah ich noch nicht. Das Bild enstsand auf einer Downtown Walking Tour, in deren Rahmen ich den Kunden, eine war grosser SATC Fan, auch ein paar interessante Locations der Kultserie zeigte und auch -psst- wo Sarah Jessica Parker im wirklichen Leben wohnt. Das dürfen die aber nicht weitersagen.

 

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Obamania in New York

 

In den langen Jahren, die ich in New York lebe hat es noch nie so eine Begeisterung für einen Menschen gegeben, wie für Barack Obama. Eigentlich wird Obama von weiten Teilen der Bevölkerung schon so gefeiert, wie ein Rockstar von seinen Fans. So ähnlich stelle ich es mir zu den besten Beatles Zeiten vor. Viele der Strassenhändler, die vor ein paar Monaten noch irgendwelchen Krimskrams verkauft haben, stellten in den Monaten vor der Amtseinführung auf Obama-Souvenirs wie Anstecker oder Bücher von oder über Obama. Viele Boutiquen führen Obama T-Shirts und ich habe wahrscheinlich schon 100 verschiedene Motive gesehen. Obama verkauft Zeitungen und wohl noch nie war in den New Yoker Zeitungen jemand im Zeitraum von 10 Wochen so oft auf den Titelblättern, wie “Bam”, der Spitzname, den die Medien dem neuen Präsidenten gegeben haben. Hier ein Bild von einer jungen Dame in einem Manhattaner Bus, den ich mit einer Gruppe im Rahmen einer Manhattan + More Tour genommen haben.

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Kirche wird zu Luxuseigentumswohnungen

Wenn wir auf meiner Tour die West 4th Street entlanggehen kommen wir an einer schönen, 1860 erbauten Kirche vorbei. Meinen Gästen fällt an dem hübschen alten Gemäure weiter nichts auf bevor ich Ihenn erklären, dass in der ehemaligen Washington Square Methodist Church jetzt nicht mehr gebeichtet, sondern luxusgewohnt wird, denn das Gotteshaus in einem der begehrtesten Manhattaner Viertel, dem Greenwich Village wurde 2006 zu Eigentumswohnumgen umgewandelt, die Verkaufspreise zwischen 6 und 9 Milionen Dollar erzielten.

Auch ein New Yorker Lokalpromi wohnt im “Novare” der Name auf dem die ehemalige Kirche jetzt, sagen wir, umgetauft wurde wohnt hier. Steven van Zandt, der Mitglied von Bruce Springsteens E-Street Band ist und auch eine Rolle in der Kultserie “The Sopranos” hatte, die hierzulande, und besonders in New York wo sie spielt, ein Strassenfeger war, aber den Sprung über den grossen Teich nicht so geschafft hat.

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Der traurigste Tag New Yorks vor dem 11.September hatte 1000 deutsche Opfer

Eine Ausflugsfahrt auf einem Schaufelraddampfer im New Yorker East River führte vor über 104 Jahren zu eine Tragödie, die in der Geschichte dr Stadt erst 97 Jahre später von den Geschehnissen des 11. September in seiner Zahl an Menschenopfern übertroffen wurde. Am 15. Juni 2004  starben über 1000 – vielleicht sogar sehr viel mehr – deutsche Einwanderer beim Untergang des Ausflugsdampfers “General Slocum”. Das war auch das Ende des Manhattaner Viertels Kleindeutschland, das heute Teil des East Villages ist, wo man im Tompkins Square Park auch ein Denkmal (siehe Foto) findet, dass an die Geschehnisse erinnert und oft Teil meiner Touren ist.

Was war passiert?

Ein 15.6. 1904 war ein heisser, schwüler Sommertag in New York, ideal für einen Ausflug, um den engen, heissen Mietskasernen schon im Frühling in den Mietskasernen, aus denen ein grosser Teil von Kleindeutschland bestand, zu entkommen. Deswegen war die Freude auf dem 3rd Street Pier am East River auch besonders groß, als gegen acht Uhr Morgens der siebzig Meter lange Ausflugsdampfer General Slocum anlegte, der die Gemeinde der St. Mark’s Lutheran Church zu einem Picknick nach Long Island bringen sollte.

Zehn Minuten nach halb zehn legte die “General Slocum” vom 3rd Street Pier ab. Über 1300 Mitglieder der Gemeinde hatten sich eingefunden. Auf einem Foto sieht man die Ausflugsgäste an Deck, die meisten im schweren Sonntagsstaat, wie damals üblich für einen Tag am Strand. 

Ein Funke, wahrscheinlich von einem achtlos weggeworfenen Zigarettenstummel oder Streichholz hatte einen der Strohballen entflammt, in denen die Bierkrüge transportiert worden waren. Was dann geschah, gilt bis heute als eine fatale Verkettung von Fehlern.

Kapitän Van Schaick hätte sofort anlanden können, doch an den Ufern des East River standen Öl- und Holzlager, darum beschloss er, Kurs auf North Brother Island zu nehmen, auf dem nur ein Hospital für ansteckende Krankheiten stand. Der Fahrtwind fachte die Flammen an, die nun bis zum Oberdeck schlugen. Panik brach aus.

Die Rettungsboote ließen sich nicht klarmachen. Die Mannschaft flüchtete, anstatt zu helfen. Die ersten Passagiere griffen sich Schwimmwesten und sprangen über Bord. Doch die Westen waren veraltet, der Kork längst porös. Versäumnisse der Firma, die während des Prozesses später zu historischen Änderungen im Seerecht führten.

Dann endlich landete das Schiff am Ufer der Insel, doch der Bug verkantete sich im Sand. Die Menge aber, die zum Heck geflüchtet war, stand nun über einem Abgrund vier Meter tiefen Wassers. Für Nichtschwimmer eine tödliche Falle.

Und selbst wer schwimmen konnte, lief Gefahr, von den Ertrinkenden geklammert oder vom schweren Sonntagsstaat in die Tiefe gezogen zu werden. Die Patienten von North Brother Island eilten hinzu, ein Hafenschlepper, sie alle versuchten zu helfen. Vergeblich. Nur ein paar Hundert wurden gerettet.

Über eintausend Menschen starben beim Feuer der “General Slocum”. Tiefe Trauer legte sich über Kleindeutschland. Es gab kaum jemanden, der nicht Verwandte oder Freunde verloren hatte.

Eine Selbstmordwelle unter Vätern, die ihre Familien verloren hatten, erhöhte die Zahl der Toten um mehrere Dutzend. Die Gemeinde erholte sich nie wieder. In den folgenden Jahren wanderten fast alle deutschen Familien aus dem Viertel ab und zogen in andere Teile New Yorks oder Amerikas.

 

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